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Vielfältig und zeitkritisch

Indische Literatur in Regionalsprachen ist weithin unbekannt

Rüdiger Siebert

Üblicherweise wird hier zu Lande von der Literatur Indiens nur das zur Kenntnis genommen, was englisch geschrieben und ins Deutsche übersetzt wurde; und in der Mehrzahl sind es die in Übersee lebenden Autoren indischer Herkunft, die Bestseller-Auflagen erreichen. Dabei wird übersehen, was in den Regionalsprachen des Subkontinents erscheint. Dieses weite Feld ist außerhalb Indiens eine literarische Terra incognita. Gerade in den ureigensten Sprachen teilt sich Indien in seinen vielfältigen Kulturen, Traditionen, Identitäten mit. Rüdiger Siebert lädt zu einer Entdeckungsreise ein.     Redaktion

Am späten Nachmittag besucht mich Paul Zacharia aus Trivandrum. Wir treffen uns unterhalb des Leuchtturmes von Kovalam in einem der Strandrestaurants. Er kommt eine halbe Stunde nach der telefonisch verabredeten Zeit. Im Bus sei er eingenickt und habe so den richtigen Ausstieg versäumt, entschuldigt sich Paul mit breitem Lachen unter buschigem schwarzen Schnurrbart, hebt die Hände bedauernd und fügt Augen zwinkernd an: "Wir Inder..." Es klingt lang gedehnt und selbstironisch, als wolle er freundlicherweise ein Klischee bestätigen, damit dem Gast aus dem achso-pünktlichen Deutschland die indische Welt der Verspätungen vertraut bleibe. Ein stämmiger Mann, Jahrgang 1945. Mit schwarzem Hemd und weißem, knöchellangem Wickelrock und nackten Füßen in Sandalen unterscheidet er sich nicht von den anderen Pendlern im Bus und den Passanten an der Endstation in Kovalam oberhalb des Strandes. Kleine Leute allesamt. Ihre Geschichten sind Pauls Geschichten. Paul geht mit dem Absonderlichem seines Landes und den Launen seiner Bewohner spöttisch und souverän um. Er macht Literatur daraus. In der Sprache des südindischen Staates Kerala, in Malayalam.
Beim gescheiterten Zugüberfall beispielsweise. Eine der originellsten tragikkomischen Donquichotterien, die ich von Paul kenne. Da kommt ein junger arbeitsloser Vater namens Rajan, der seine Frau und den kleinen Sohn nicht mehr ernähren kann, auf die vor allem ihn selbst erschütternde Idee, einen Zug zu stoppen und die reicheren Passagiere auszurauben. Sehr höflich will er das tun, keinesfalls gewalttätig. Die Verständnis heischende Entschuldigung lässt er sich schon vor der geplanten Tat durch den Kopf gehen. "Bedenken Sie, dass sowohl die Revolution als auch der Fortschritt an mir vorbei gegangen sind. Ich war nicht klug genug, daraus Kapital zu schlagen", will er den Reisenden der ersten Klasse erklären, "ich werde Sie nicht mit Schlagwörtern belästigen. Ich will Ihnen nur etwas Geld abnehmen, um damit meiner hungernden Familie und mir Essen kaufen zu können. Verzeihen Sie mir die Unannehmlichkeiten, die ich Ihnen dadurch verursache."
Rajan will keinen Schaden anrichten, keine Gleise aufreißen oder eine wirkliche Bombe legen, geschweige denn, so ein gefährliches Ding in die Luft gehen lassen. Die eingewickelte Papaya soll nur den Anschein getarnten Sprengstoffs erwecken und seiner Absicht den Nachdruck verleihen, an dem er selbst zweifelt. Die zum Anhalten der Lokomotive erforderliche rote Fahne möchte er sich im örtlichen Büro der kommunistischen Partei ausleihen, stößt dort aber auf energische Verweigerung, weil er ja nicht den wahren Grund für die Verwendung des Tuches nennen kann und eine andere Benutzung als das Schwenken bei öffentlichen Demonstrationen für die Funktionäre nicht infrage kommt. "Denkst du, die Fahnen seien Allgemeinbesitz? Sie gehören der Partei, und du kannst sie nicht einfach mitnehmen. Gib sie zurück!" faucht ihn einer der Genossen an. So steht denn Rajan mit seinem kleinen Sohn schließlich nur verzweifelt mit den nackten Armen winkend am Bahndamm. Der Zug donnert unaufhaltsam vorbei. Rajan ist niedergeschlagen, mal wieder in seinem Leben betrogen worden zu sein und versagt zu haben, doch auch erleichtert, dass er derart an seiner privaten Revolution gehindert wurde und niemandem etwas zuleide tat1.
Soweit die Skizze jener Erzählung, in der Paul Zacharia das Schicksal von Millionen auf den Punkt bringt. Paul ist ein freundlicher Zyniker. "An den Machtverhältnissen ändert sich bei uns wenig, welche Partei auch die Regierung übernimmt", sagt er lächelnd, an seine Eisenbahnstory erinnernd. Paul spricht solide gebildetes, ausgeprägtes College-Englisch, und er spricht es nicht im quäkend-quarkigen Falsett indischer Aneignung, sondern in der flotten Weltgewandtheit, die an Keralas Küsten eine lange Tradition hat. Hier ist er zuhause, im Dorf Urulikunnam nahe der Handelsmetropole Cochin wuchs er auf.
"Ich war als Kind ein Bücherwurm", erinnert er sich, "nur lesend konnte ich aus der dörflichen Welt der bedrohenden Vorschriften entfliehen." Schon im College fing er an zu schreiben. Es war ein Akt der geistigen Befreiung. Was er sich als wohlerzogener Sohn nie im Schatten des heimischen Kirchturms zu sagen getraut hätte, gestaltete er zu Stories. Im Abstand zum Dorf ließ er deren Bewohner in seinen Geschichten weiterleben und entlarvte Heuchelei, Intoleranz und Krämerseelen. Später wurde er Englischlehrer, dann ging er für zwei Jahrzehnte nach Neu-Delhi, arbeitete als Lektor, heiratete, bekam eine Tochter, einen Sohn, behauptete sich im Großstadtbetrieb der Eitelkeiten und erbitterter Konkurrenz und kehrte zurück ins Kerala seiner Herkunft. Seither lebt er in Trivandum im indischen Südwesten. Schreiben wurde zum Inhalt seines Lebens. Mehr als 30 Titel hat er aufzuweisen: Sammlungen von Shortstories, mehrere Kurz-Romane, Reiseerzählungen, Essays, ein Filmdrehbuch.
Identität? "Ich fühle mich zuerst als Malayali, ein Kind Keralas, in zweiter Linie als Inder", so versichert mir Paul. Bezeichnenderweise entfernte er sich geografisch von seiner Herkunft, nicht aber sprachlich vom Dorf der Kindheit. Das erklärt seine unauflösliche Beziehung zum Malayalam als Inbegriff eben dieser Identität. "Natürlich bin ich in Kerala verwurzelt", sagt Paul, "deshalb schreibe ich in Malayalam, nicht in Englisch, obwohl ich damit in Indien einen ganz anderen Buchmarkt hätte. Das in der Schule erlernte Englisch hat für mich so viele Barrieren und verbale, damit auch inhaltliche Zwänge, die mich daran hindern, das zu schreiben, was ich wirklich schreiben will. Das kann ich nur in Malayalam mit den eigenen, mit unseren Tönen, Farben, Begriffen, die eben nicht im importierten Englisch stecken, darin gar nicht stecken können. Auch deshalb bin ich nach Kerala zurückgekehrt und lebe nun wieder hier.
Das moderne Malayalam und seine eigene Schrift sind Ergebnis einer interessanten Geschichte von Einflüssen, die christlichen, kommunistischen und westlich-liberalen Ursprungs sind." Er unterbricht sich und lächelt vieldeutig bei dieser Bemerkung: "Dabei profitiert ein Autor wie ich, der sich mit dem katholischen Obrigkeitsanspruch aus eigener leidvoller Erfahrung so kritisch herumplagt, von den Bildungsstätten, die von Missionaren in unser Land gebracht wurden. Ein Grund übrigens für die hohe Alphabetisationsrate in Kerala. Nahezu 90 Prozent der mehr als 30 Millionen Menschen hier können lesen und schreiben, und damit fast doppelt so viele wie sonst in Indien. Dies ermöglicht ja überhaupt erst einen Markt für Malayalam-Literatur. Wir haben es zu einer Lesekultur gebracht. Bibliotheken gibt es auch in kleineren Städten. Eine Ironie der Geschichte, wenn man sie so kritisch sieht wie ich." Paul Zacharia schreibt bewusst und selbstbewusst in einer der indischen Regionalsprachen und nimmt damit in Kauf, innerhalb Indiens und erst recht vom Rest der (literarischen) Welt kaum oder gar nicht wahrgenommen zu werden.

Sprachenvielfalt und Identität
Ebenso wenig wie es "die" Literatur Europas gibt, gibt es "die" Literatur Indiens. Der Blick auf europäische Sprachenvielfalt und Ausprägung eigenständiger Kulturen in vergleichsweise viel kleinerem Umfang, was die Zahl der Menschen und ihrer Sprachen betrifft, hilft zum Verständnis des weitaus größeren Subkontinents. Dort werden mehr als 200 Sprachen gesprochen, 24 gelten als offizielle Sprachen der Bundesländer.
Hindi dominiert, wird als verbale Brücke zwischen den Regionen verstanden, konnte sich aber - trotz massiver Vorstöße der Zentralregierung in Neu-Delhi - nicht als Nationalsprache durchsetzen. Zu Recht! Die Menschen in Südindien, allen voran die Tamilen, verwahren sich gegen die Hindi-Bevormundung und verweisen auf die eigenen Sprachen und Schriften, in denen jeweilige Geschichte und bodenständige Kulturen wurzeln. Das trifft ebenso auf Bengali, Bihari, Marathi, Oriya, Punjabi, Gujarati, Telugu, Malayalam zu, um nur einige der regionalen Sprachen zu nennen: nicht etwa die Sprachen von Minderheiten, sondern jeweils von vielen Millionen Menschen. Während der britischen Herrschaft wurden sie "vernacular" genannt; und das war geringschätzig, abwertend gemeint, im Sinne von Eingeborenen-Dialekten. Völlig zu Unrecht!
Nur einem Autor gelang es in der Vergangenheit, in einer der "vernacularen" Sprachen zu schreiben und trotzdem Weltruhm zu erlangen, der in der Verleihung des Literaturnobelpreises von 1913 gipfelte: Rabindranath Tagore (eigentlich Thakur). Der Mann aus Kalkutta lebte von 1861 bis 1941 und gilt als Schöpfer des modernen Bengali. Er selbst übersetzte seine Romane ins Englische, was ihrer internationalen Verbreitung natürlich nützte. In den 1920er Jahren hatte er auch und gerade in Deutschland hohe Auflagen und ein ihn bewunderndes Publikum.
Das Englisch als koloniales Erbe hat sich in Indien mit den mehr als 1,1 Milliarden Menschen als landesweite Zweitsprache und als Hilfsmittel der Verständigung über die sprachlichen Grenzen hinweg erhalten, ist Ausdruck von Bildung und Karriere und in städtischen Kreisen der Geschäftsleute, Politiker und Intellektuellen sogar Muttersprache geworden. Deren Anteil an der Gesamtbevölkerung ist gering und wird auf weniger als fünf Prozent geschätzt. Doch diese Elite "sit prettily on top of the heap, receiving all the rewards and favours of our society. They are the real brahmins of India."2 Es hat sich ein indisches Englisch entwickelt, in dem Literatur von Weltrang geschrieben wird. Darin haben sich Autoren in die Bestsellerlisten geschrieben, die auch außerhalb Indiens gefeiert werden oder fern der Heimat aufwuchsen und leben. Mulk Raj Anand (1905-2004) war einer der ersten nach dem Zweiten Weltkrieg, die aus diesem geistigen Umfeld mit Übersetzungen seiner Romane in zwei Dutzend Sprachen, auch ins Deutsche, international berühmt wurden. Salman Rushdie, Arundhati Roy, Amitav Ghosh, Shashi Tharoor aus der Nachkriegsgeneration gehören heute zu den prominentesten Stimmen der anglo-indischen Literatur.
Aus deren Schatten nicht nur in Indien, sondern auch mit Übersetzungen in andere indische Sprachen innerhalb Indiens und schließlich weltweit herauszukommen, fällt Schriftstellern schwer, die ausschließlich in regionalen Sprachen arbeiten, sehr schwer. Paul Zacharia ist nur ein Beispiel von vielen. Er spricht von mehr als einem Dutzend aktiver Literaturen in Indien, in denen sich Tausende von Autoren und Autorinnen mitteilen; letztere sind nach wie vor eine Minderheit. Die meisten von ihnen werden außerhalb ihres Sprachgebietes in Indien selbst und in Übersee kaum oder gar nicht wahrgenommen.
Das hat natürlich etwas damit zu tun, dass es zahlreiche Übersetzer gibt, die ein Werk aus dem Englischen vermitteln können; aber ausländische Fachleute, die indische Regionalsprachen beherrschen, sind dünn gesät, so dass eben auch deutschen Lektoren der Zugang zu solcher Literatur ziemlich versperrt ist. Interessanterweise waren es insbesondere DDR-Verlage, die schon frühzeitig die Schätze und Schätzchen indischer Regionalsprachen zumeist aus den originalen Quellen hoben und dem deutschen Lesepublikum präsentierten.3

Wenige Übersetzungen, geringe Auflagen
S. Satchidanandan, ebenfalls aus Kerala, weist darauf hin, dass nach der Frankfurter Buchmesse von 1986, als Indien erstmals Partnerland dieser Superschau der Literaturen war und schon damals Regionalliteraturen propagiert wurden, nur etwa 40 Werke dieser Provenienz in deutschen Übersetzungen erschienen sind; also etwa nur zwei pro Jahr und die zumeist in kleinen Verlagen mit geringen Auflagen. S. Satchidanandan ist einer der bedeutendsten Dichter in Malayalam, seit 1992 Generalsekretär der Literaturakademie Indiens, die zur inner-indischen Vermittlung regionaler Autoren und ihrer Werke beiträgt. In einem Interview mit seinem Landsmann Jose Punnamparambil 4 zeigt er Tendenzen in Themen und stilistischen Mitteln der Regional-Literaturen auf, die viel stärker auf gesellschaftspolitische Veränderungen eingehen als früher: "Indische Literatur sucht heute ihre Inspiration eigener Umgebung; sie kämpft hart darum, die Probleme, die der rasche Wandel aufwirft, in den Griff zu bekommen: beispielsweise die Marginalisierung, die Konzentration der Macht, die Vermarktung von Kultur als Ware, der Rückzug der Dorfkultur, die schnelle Verstädterung und nicht zuletzt die sich wandelnden Geschlechterverhältnisse. Ihre Entwicklung verläuft in viele Richtungen, auch hin zu verdächtigen Makro-Ideologien und monolithischen Weltanschauungen, die Unterschiede eher unter den Teppich kehren, als sich mit ihnen zu befassen."
Bevorzugte literarische Gattung ist die Kurzgeschichte - und dies aus ganz praktischen Gründen: Die meisten solcher pointierten Erzählungen erscheinen erst mal in Zeitungen und Zeitschriften, erbringen ein (zumeist bescheidenes) Honorar und tragen zur Popularisierung eines Autors bei, ehe sich ein Verlag für einen Sammelband oder eine Anthologie entscheidet. Da ist eine unerhört lebendige Literaturszene zu beobachten, in der K. Satchidanandan neue Bewegungen erkennt: "Die Unterschiede - bei der Kastenhierarchie, bei Religionen, bei Geschlechterverhältnissen etc. - in den Vordergrund stellen, mit der Absicht, eine tolerantere und egalitäre Gesellschaft herbeizuschreiben." Eine besondere Rolle spielen dabei die literarischen Mitteilungen aus den Kreisen der am meisten benachteiligten Menschen der indischen Gesellschaft, der Kastenlosen, der Dalit, und der Nachfahren indischer Ureinwohner, der Adivasi, jene marginalisierten Gruppen, deren Autoren und Autorinnen, die hauptsächlich in Hindi schreiben, sich damit selbst zu Wort melden und nicht mehr geduldig darauf warten, dass andere ihre Probleme aufgreifen: "Viele thematisieren vor allem die Grausamkeit der sie umgebenden Hindu-Gesellschaft und ihren persönlichen Reifungs- und Emanzipationsprozess." 5
Wenn zeitgenössische indische Literatur der Regionalsprachen und ihre Autoren und Autorinnen überhaupt auf einen Nenner zu bringen sind, dann mit dem allgemein vorherrschenden Bezug zur spannungsgeladenen Gegenwart; also nicht schreibend in altindische Epen und Märchen zu flüchten, sondern sich den Problemen von jetzt und heute zu stellen. Dies geschieht mit einer überwältigenden Fülle und stilistischen Vielfalt höchst unterschiedlicher Qualität. 6
Zur Dimension des indischen Buchmarktes und der sprachlichen Aufteilung äußerte sich Nuzhat Hassan, die Direktorin des National Booktrust of India: "Wir haben rund 15.000 Verlage, und jedes Jahr erscheinen mehr als 77.000 Titel, rund 40 Prozent davon auf Englisch, der Rest in indischen Sprachen: die Mehrzahl also."7 Das Wort "Rest" mit 60 Prozent ist also wohl kaum die richtige Vokabel, den Umfang und die Breitenwirkung des regionalen literarischen Schaffens zu benennen. Den Überblick einer solch vielschichtigen Szene zu behalten, ist eine Sisyphusarbeit, bei der die Literaturakademie Indiens immerhin einige Steine aus dem Wege räumt. Sie vergibt Auszeichnungen für Werke, die in 24 Regionalsprachen verfasst werden, und verhilft zu Übersetzungen innerhalb Indiens, einschließlich ins Englische.

Die Herausforderung
Von seinen Büchern allein kann ein Autor wie Paul Zacharia nicht leben. Er hat sich auch einen Namen als geschätzter Kolumnist gemacht und veröffentlicht Essays in Zeitungen und Zeitschriften. Mit seinen Kommentaren zu aktuellen Ereignissen in Indien bezieht er Stellung, setzt sich kontroversen Debatten aus, mischt sich ein. Er ist gezwungenermaßen Realist: "Als ein Malayalam-Autor richte ich mein Schreiben an die etwa 30 Millionen Menschen in Kerala, wohl wissend, dass davon vielleicht nur zehn- oder zwanzigtausend meine Werke lesen werden. Die eigentliche Herausforderung, vor der die indischen Autoren der Regionalsprachen heute stehen, ist, ob sie, während sie für die eigene Leserschaft schreiben, gleichzeitig Menschen überall ansprechen können. Im Grunde genommen ist dies eine Herausforderung für jeden wahrhaften Schriftsteller." 4
So ist das. Paul lacht bei solchen Bemerkungen jungenhaft wie jemand, der die Dinge nicht ernster nimmt als erforderlich, ein in die Jahre gekommener "village boy", letztlich sich doch in Unabänderliches fügend wie sein verhinderter Eisenbahnattentäter.


Rüdiger Siebert,
Journalist und Schriftsteller, war langjähriger Leiter des Indonesischen Programms von Radio Deutsche Welle in Köln; Autor zahlreicher Bücher zu Süd- und Südostasien; jüngste Veröffentlichungen zu Indien: "Unterwegs mit Buddha, Eine Spurensuche in Nepal und Indien", "Indien südwärts, von Kalkutta zum Kap Komorin, Reisereportagen", im Frühjahr 2007 erscheint: "Indien nordwärts, von Kerala bis Gujarat", alle Horlemann-Verlag, Unkel/Rhein.



Anmerkungen
1) Paul Zacharia, Bhaskara Pattelar und andere Geschichten. Aus dem Malayalam und Englischen von Jessy Jacob-Reitz, Jose Punnamparambil, Birgit Krückels, Christina Kam, Asok Punnamparambil. Horlemann-Verlag, Unkel/Rhein 2004, 157 Seiten, 12,90 Euro
2) Gurcharan Das: "The Elephant Paradigm, India Wrestles with Change", Penguin Books India, 2002
3) "Der Tigerkönig, Erzählungen und Kurzgeschichten aus Indien", 1966; "Erkundungen, 23 Erzählungen aus Indien", 1990; beide Verlag Volk und Welt, Berlin
4) Gesellschaft zur Förderung der Literatur aus Afrika, Asien und Lateinamerika, Frankfurt am Main, LiteraturNachrichten 84/2005 und LiteraturNachrichten 88/2006
5) Heinz Werner Hessler in "Südasien" 2-4/2005
6) Jose Punnamparambil (Hg.): "Im Schatten des Taj Mahal. Indien erzählt", Horlemann-Verlag, Unkel/Rhein, September 2006
7) Interview in Deutschlandradio Kultur 20-03-06

 

eins Entwicklungspolitik 17-2006